IAD – erkennen, abgrenzen, vorbeugen
Die inkontinenzassoziierte Dermatitis (IAD) ist eine feuchtigkeitsbedingte Hautschädigung im Kontaktbereich von Urin und Stuhl – abzugrenzen vom druckbedingten Dekubitus. Prävention ist wirksamer als Behandlung.
Was die IAD kennzeichnet
Die IAD entsteht durch anhaltende Feuchtigkeit und reizende Inhaltsstoffe (insbesondere bei Stuhl). Typisch sind flächige Rötungen, Mazeration und Brennen in den Hautarealen, die Kontakt zu Ausscheidungen haben – im Gegensatz zum Dekubitus, der über Knochenvorsprüngen durch Druck/Scherkräfte entsteht. Beide können gemeinsam auftreten, erfordern aber unterschiedliche Maßnahmen.
Strukturierte Prävention
- Feuchtigkeit minimieren: zeitnaher Wechsel, atmungsaktive Produkte mit hoher Aufsauggeschwindigkeit, passende (nicht überdimensionierte) Saugstärke.
- Schonende Reinigung: ohne Reibung, milde/pH-hautneutrale Produkte; gründliches, sanftes Abtrocknen.
- Hautschutz: geeignete Barriereprodukte gemäß hauseigenem Standard.
- Strukturierte Hautbeobachtung und Dokumentation.
Vorgehen bei bestehender IAD
Bestehende IAD wird strukturiert eingeschätzt (Ausmaß, Lokalisation, Begleitfaktoren) und nach Standard versorgt; bei Unsicherheit ärztliche Beurteilung einholen, auch zur Differenzierung gegenüber Dekubitus oder Pilzinfektion.
Passende Produktsysteme zur Reduktion der Hautfeuchtigkeit lassen sich in einer Versorgungsberatung abstimmen.
Häufige Fragen
Wie unterscheide ich IAD und Dekubitus? IAD ist feuchtigkeitsbedingt (Ausscheidungskontakt), Dekubitus druckbedingt (über Knochenvorsprüngen). Differenzierung ist für die Maßnahmen entscheidend.
Hilft eine höhere Saugstärke gegen IAD? Nicht per se – wichtiger sind Aufsauggeschwindigkeit, zeitnaher Wechsel und Hautschutz.
Quellen & Stand: Initiative Chronische Wunden (ICW); FgSKW; Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V. Stand: 06/2026.